Chronik

Heimat02
Aufnahme aus den 20er Jahren

 

Ein Beitrag von Günter Metzler

Die Anfänge des Vereins – als Verein „Heimat“ gegründet – wurden am Standort östliche Grenzstrasse gemacht.

Der Fotograf stand am Nordhang des Bahndammes. Am oberen Bildrand sind die Häuser der Oberfrohnaer Strasse zu sehen. Ganz rechts sieht man das Vereinshaus, links die Grenzstraße, unten den Spielplatz für Kinder mit Buddelkasten. Als einziges Zeugnis dieses Vereins steht heute noch das ehemalige Vereinshaus (ein Holzhaus), welches durch einen Anbau erweitert wurde und jetzt als Wohnhaus dient.

Ein weiteres Foto zeigt Kleingärtner und Gäste beim Gartenfest. Ob es die Einweihung des Vereinshauses war oder ein jährlich stattfindendes Gartenfest, ist mir nicht bekannt.

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Die Wasserversorgung erfolgte ausschließlich durch Brunnen. Einer davon liegt noch heute auf dem Gelände der Garagengemeinschaft. Im Zuge der Wohnhausbebauung an der Rödenteichstrasse wurden die Kleingärten umgesiedelt auf das derzeitige Areal südlich des Bahndammes.

Das ehemalige Kleingartengelände wurde später als öffentlicher Park genutzt, wobei ein Teil der Obstbäume in die Gestaltung der Grünflächen einbezogen wurden. Heute befindet sich dort ein Garagenhof.

Das neue Grundstück gehörte zuvor Herrn Herford, der auch Besitzer des Oberen Rittergutes war. Er hatte bei der Gemeinde Rabenstein hohe Schulden. So kam die Gemeinde mit geringem Aufwand zu neuem Boden für die Kleingartenfreunde. Die damaligen Kleingärtner hatten zum Teil einen schlechten Tausch gemacht, denn auf dem überwiegend sumpfigen Gelände war kaum eine dürftige Heuernte möglich.

Um den hohen Grundwasserstand beherrschen zu können, mussten vielerorts Brunnen gegraben werden. Der größte davon war allen zugänglich und hatte eine Schwengelpumpe. Er dient heute noch der Speisung des Naturteiches des Vereins. Die Gärten 7 bis 16a leiten das Wasser über ein Drainagegraben in den Goldbach ab. Bis zum Kriegsende 1945 hatte die Anlage nur ein Drittel ihrer jetzigen Größe.

Im Norden bildete der Bahndamm die Grenze, an der Westseite reichte der Wald bis an die Gärten Nr. 75 bis 81 und im Süden bis an den Hauptweg, der zur Schaftreibe führt. Die Urbarmachung des Geländes war ein jahrelanger Prozess, der erst zum Kriegsende beschleunigt wurde. Die Randgärten 7 bis 16a wurden zum Teil zur Hühnerhaltung genutzt. Der Anbau von Kartoffeln und Gemüse war für viele Familien überlebenswichtig.

Im Garten Nr. 11 züchtete Hans Dietrich Bienen. Durch die Bebauung der Rödenteichstrasse wurde auch eine neue Mülldeponie gebraucht. Die Gärten entlang der Weigandstraße sind alle auf Müll angelegt, dazu auch ein Teil von 7, 25, 38 und 39. Zum Anlegen der Gärten 15 bis 19 sowie 51 bis 57 musste erst der Damm der alten Forststrasse abgetragen werden. Da es lehmiger Boden war, eignete er sich gut zum Auffüllen der Sumpflandschaft. Ein Rest dieses Dammes ist noch im Garten Nr. 11 zu sehen wo die „öffentlichen“ Fichten stehen. (Dieser Damm war ein Rest der alten Forststrasse, die vor dem Bau der Bahnlinie ab ehemalige „Zafa“ geradeaus führte.)

Für die Urbarmachung der Gärten 39 bis 49 sowie 20 bis 25 waren umfangreiche Entwässerungsarbeiten notwendig. Vom Garten Nr. 24 aus wurde der Goldbach durch Rohre geleitet. Der Schroth vor Garten Nr.3 erfasst auch Abwasser aus südwestlicher Richtung. In einem der Gärten Nr. 45 oder 47 müsste sich ein weiterer Schroth befinden (ein Eindruck aus meiner Kindheit). Zu Zeiten des Umzuges und der Umbenennung des Vereins war der Bau eines Gartenheimes, wie an der Rödenteichstrasse zurückgelassen, nicht möglich. Es reichte nur für einen primitiven Holzschuppen für gemeinschaftlich genutzte Geräte wie Schubkarren, Leiter- und Kastenwagen sowie Gartengeräte.

Lediglich an der inneren Stirnseite war ein wenig Platz vorhanden für einen Biertisch auf Schlackenboden. Seit des Umzuges 1936/37 haben die Besitzer der Gärten oft gewechselt. Nur noch wenige Gärten werden von den Kindern der damaligen Anleger noch heute bewirtschaftet. So zum Beispiel die Gärten Nr. 6, 7, 16, 22, 24 und 25.

 

 

Entstehung

Unser Verein ging aus dem Verein „Heimat“, welcher 1918 gegründet wurde, hervor. Die Heutige Fläche bezogen wir 1935/36 und erweiterten diese, nach dem zweiten Weltkrieg, noch in westlicher und östlicher Richtung .

Neugründung

Bedingt durch die politischen Veränderungen wurde am 18.09.1990 der Verein „Drei Schwanen“ e.V. gegründet und ins Vereinsregister der Stadt Chemnitz unter Nummer 376 eingetragen. Der Verein ist Rechtsnachfolger der Kleingartensparte „Drei Schwanen“ des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter.

Anzahl Gärten

Unsere Gartenanlage besteht aus 177 Gärten. Die einzelne Gartengröße variiert dabei von 200 bis 400 qm.

Aufgaben

Die Aufgaben unseres Vereins bestehen in der Förderung des Kleingartenwesens, insbesondere durch die Erhaltung und weitere Ausgestaltung unserer Gartenanlage als öffentlich zugängliche Grünzone sowie der Kleingärten als Bereich der aktiven Erholung für Mitglieder und Gäste.
Desweiteren setzen wir uns aktiv für Landschaftspflege, Natur- und Umweltschutz, insbesondere für Luftreinhaltung und Gewässerschutz ein.